Heraldischer Verein "Zum Kleeblatt" von 1888 zu Hannover e.V.
als gemeinnützig und wissenschaftlich förderungswürdig anerkannt
   - Trägerverein der Niedersächsischen Wappenrolle (NWR) -

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 Genealogie und Heraldik

Der Heraldische Verein "Zum Kleeblatt" ist Mitglied der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V. (DAGV)

Bei konkreten Fragen zur Familienforschung verweist der Heraldischer Verein "Zum Kleeblatt" auf den Niedersächsischen Landesverein für Familienkunde e. V. (NLF).

 

Häufig stehen Ahnenforscher vor der Frage,
wie sie ihre Familienforschungen um
ein Wappen ergänzen können.

 

Zwischen Familienforschern und Heraldikern besteht schon immer eine gute Zusammenarbeit.

Der Genealoge Helmut Zimmermann schrieb 1964 in den "Neuen Heraldischen Mitteilungen", dass diese Zusammenarbeit ganz erklärlich sei, denn jeder Familienforscher werde irgendwann einmal die Wappenkunde zu Rate ziehen müssen, während sich so manches heraldische Problem nicht ohne eine genealogische Forschung lösen lasse. Zimmermann verweist auf einen Grabstein in der Marktkirche von Hannover (siehe Bild oben):

"Acht Ahnenwappen schmücken den Grabstein des Jürgen Idensen im Chor unserer Marktkirche, auf dessen Mittelrelief der 1557 Verstorbene mit seiner Ehefrau Anna von Bente vor dem Gekreuzigten betet. Zwei Inschriften überliefern uns in kernigem Niederdeutsch die Todesdaten des Ehepaars.

Dieser schöne, von dem hannoverschen Bildhauer Arndt Siemerding geschaffene Stein interessiert sowohl den Genealogen als auch den Heraldiker, wenn auch beide mit ganz verschiedenen Fragen an ihn herantreten. Freut sich der eine über die prächtigen Porträts seiner Vorfahren, die vor gut 400 Jahren in unserer Stadt Hannover lebten, und bemüht sich, aus den Inschriften mehr über ihr Leben zu erfahren, so wird der andere in erster Linie die acht Wappen beachten und vielleicht versuchen, die Schildfiguren und deren Sinn zu deuten.

Aber bei diesen Wappen begegnen sich die Interessen beider, denn auch dem Familienforscher bieten sie eine wichtige Hilfe bei der Ermittlung der Eltern und Großeltern der Verstorbenen. Da sehen wir außer denen der Idensen und Bente neben der Frau an zweiter und vierter Stelle von oben die Wappen der bekannten Ratsfamilien vom Sode und Wintheim und neben dem Mann an zweiter Stelle von oben das redende Zeichen der Feuerhake, während die übrigen drei Darstellungen bisher nicht zweifelsfrei zu identifizieren waren.

Dieses Beispiel mag uns zeigen, wo sich die Forschungsgebiete (.) am häufigsten berühren. Das vermutlich als Erkennungszeichen in den großen Ritterheeren des frühen Mittelalters entstandene Wappen begegnet in seiner späteren Anwendung im Siegel, an Epitaphien, bei Hausinschriften und bei vielen anderen Gelegenheiten auch dem Genealogen immer wieder.

Dank seines Charakters als weitergebbares Familiensymbol gibt das Wappen oft den einzigen Hinweis auf die Herkunft der Mutter, der Großeltern oder noch weiterer Vorfahrengenerationen eines Ahnen wie bei den prächtigen Grabmälern in oder an unseren niedersächsischen Kirchen mit zuweilen sechzehn oder gar zweiunddreißig Ahnenwappen.

Und diese Sitte blieb nicht nur auf Fürsten und Angehörige des Adels beschränkt, sondern die reichen Kaufmannsgeschlechter in den Städten suchten es ihnen bald gleichzutun, und im siebzehnten Jahrhundert hatte jeder Bürger, der etwas auf sich hielt, sein Wappen im Siegel. Auch die wohlhabenden Voll- und Halbmeier in den Dörfern standen dahinter keinesfalls zurück.

Damals war das Siegel, ob mit Wappen oder schlichter Hausmarke, ein allgemeines anerkanntes Rechtssymbol, dem man eine ähnliche Bedeutung beimaß wie heute der Unterschrift, mit der wir unsere Verträge abschließen. Und so finden wir in den Archiven so manches Testament oder so manchen Vertrag aus jener Zeit, auf dem ein Vorfahr mit drei Kreuzen unterzeichnete, weil er nicht schreiben konnte, dann aber stolz sein Siegel daneben drückte. Groß ist die Freude jedes Familienforschers, wenn er bei seiner Arbeit auf ein solches Siegel stößt.

Hat auch das Familienwappen seine rechtliche Bedeutung heute nahezu verloren, so ist es doch noch immer ein wirkungsvoller Schmuck des Heims oder genealogischer Veröffentlichungen. So finden wir in den Bänden des Deutschen Geschlechterbuches kaum eine Stammfolge, der nicht ein Wappen beigegeben ist.

Genealogie und Heraldik sind zwei Wissenszweige, die immer wieder gegenseitiger Ergänzung bedürfen".

 

 

                       Hinweise für Familienforscher: 

Aufgespürte Familienwappen